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DRK will mehr Jugendliche begeistern

Landesgartenschau hat den Ortsverein vor Herausforderungen gestellt

Ehrungen langjähriger Mitglieder standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des DRK-Ortsvereins Bad Lippspringe. Die Ehrungen nahm Vorsitzender Dr. Erik Ernst (6. v.l.) vor. Foto: T. Claus

Die Landesgartenschau habe den DRK-Ortsverein Bad Lippspringe vor Herausforderungen gestellt, man habe aber auch die Chance der großen Öffentlichkeit während der sechsmonatigen Öffnungszeit genutzt, sich als Rotes Kreuz zu präsentieren und zu zeigen, dass man weit mehr anzubieten habe, als Altkleider und Rettungsdienst.

 

Das betonte Ortsvereinsvorsitzender Dr. Erik Ernst in der Jahreshauptversammlung. »Und wir werden diese Erfahrungen nutzen, um unseren Verein und unseren Service im Dienste der Menschen auf eine neue Basis zu stellen und auch wieder Jugendliche für die DRK-Idee zu begeistern. Man habe eine hervorragende Landesgartenschau unterstützt.

Zusammen mit der Feuerwehr und vielen freiwilligen Helfern habe das DRK ein halbes Jahr lang an jedem Sonntag und an jedem Feiertag den Sanitätsdienst gestellt – zusammen etwa 380 Stunden. »Ohne die Unterstützung durch die neun Ortsvereine im Kreis, die DLRG und andere wären wir dazu allein als OV Bad Lippspringe nicht in der Lage gewesen.« Eine weitere Herausforderung mit großer Publikumsresonanz sei die Ausrichtung des Welt-Rotkreuztages auf dem LGS-Gelände gewesen. Hier habe der Kreisverband unterstützend vorbildliche organisatorische Arbeit geleistet.

Dr. Erik Ernst: »Für uns als DRK war das alles auch eine sehr wichtige Werbeveranstaltung in eigener Sache, denn so konnten wir die vielen Facetten des Roten Kreuzes zeigen. Wir sollten auch versuchen, in allen Ortsvereinen, aber nicht länger jeder für sich, sondern gemeinsam unter dem Dach des Kreisverbandes als Schnittstelle, unsere Angebote zu bündeln und öffentlich sichtbarer zu präsentieren. Denn wir sind weit mehr als ein Bettelverein, der Altkleider einsammelt und mit einem blauen Licht herumfährt.«

In Konkurrenz mit anderen Vereinen und Anbietern, so Dr. Ernst, müsse man sich genau überlegen, was man tun müsse, um als DRK für junge Menschen wieder attraktiv zu werden. Mit Bedauern reagierte er auf die Beendigung der Wassergymnastikkurse des DRK, die nach Jahren aus Kostengründen gestrichen werden mussten. »Als gemeinnützige Organisation, die auf Spenden angewiesen ist, können wir solche Leistungen, die sich durch Kursgebühren nicht decken, nicht länger anbieten, wenn man zubuttern muss.«

Man müsse den Mut haben, deutlich zu sagen, dass man zwar ein gutes Angebot habe, aber eben nicht alles kostenlos anbieten oder durch Rückgriff auf Spendengelder querfinanzieren könne. Und weil Geld knapp sei und vieles durchs Ehrenamt geleistet werden müsse, hob Dr. Ernst hervor, dass das Ehrenamt sich manchmal mehr Unterstützung von Seiten der Behörden wünsche, etwa wenn es um komplizierte Arbeitsverträge und Anpassungen für hauptamtliche Mitarbeiter gehe. Die Rettungswache, die räumlich und vom Standort nicht mehr den Vorgaben entspricht, soll in den nächsten Jahren verlegt werden, vorzugsweise an die Karl-Hansen-Klinik. Er sei optimistisch, dass es klappt, aber man müsse abwarten, bis alle Verträge unterschrieben seien. Auch den Neubau eines DRK-Kindergartens in Bad Lippspringe durch den Kreisverband Paderborn kündigte der Vorsitzende an.

Nach mehr als 15 Jahren hat Christa Bee als Blutspendenbeauftragte für die Badestadt und Neuenbeken den Stab weitergegeben an Hannelore Schneemann, langjährige Leiterin der Seniorenbegegnungsstätte im DRK-Haus. Dafür bedankte sich der Vorsitzende besonders, weil damit die Organisation der Blutspende weiter in guten Händen liege und dieser Service langfristig gesichert sei.

Geehrt für langjährige Mitgliedschaft wurden Tina Klaschewski, Bernhard Gödde, Michael Petersen, Lena Haß, Christa Bee und Tobias Kmetsch (15 Jahre), Thomas Janke (35 Jahre), Karin Ulitzner (45 Jahre), Cäcilia Reuter und Anni Otten (45 Jahre) sowie Manfred Rugge (55 Jahre).

Die Schnelle Einsatz-Gruppe (SEG) leistete mit 20 aktiven Helfern bei Sanitätsdiensten auf Veranstaltungen in Bad Lippspringe und im Kreis Paderborn 1570 Stunden, was einer ehrenamtlichen Leistung von fast 79 Stunden pro Helfer entspricht. Zum Angebot des DRK gehören neben dem »Essen auf Rädern«, Blutspenden, Erste-Hilfe-Kurse, die Seniorenbegegnungsstätte und die Trockengymnastik. An 13 Stellen im Stadtgebiet stehen Altkleidercontainer.

6. April 2018 10:29 Uhr. Alter: 170 Tage